Weil die Welt nicht so bleiben kann, wie sie wird. Themenwochenende
Simone Weil: Denkerin und Widerstandskämpferin
Was heisst es, gegen die Zeit zu lesen – und gegen sie zu schreiben? Ausgehend von Simone Weils 1941 unter dem Vichy-Regime entstandenem Essay über das Lesen widmet sich diese Veranstaltung einer der radikalsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts: Philosophin, Arbeiterin, Kämpferin im Spanischen Bürgerkrieg und Mitglied der Résistance. Weil schreibt über das Lesen im Krieg und verlegt den Krieg ins Lesen. Sie übt die non-lecture: ein kritisches und offenes Lesen, das Bedeutung nicht unmittelbar festlegen will — und damit eine Unterbrechung jener automatisierten Lesarten, die im Krieg tödlich werden. Darin liegt eine überraschend aktuelle Perspektive auf Widerstand.
Anlässlich der ersten deutschen Übersetzung des Essays spricht die Übersetzerin und Mitherausgeberin Miriam Rainer über Weils Denken, dessen Aktualität und die Frage, ob Übersetzen selbst eine Form des Widerstands sein kann. Das Gespräch führt die Philosophin Katrin Meyer.
Mit dem Tagespass erhalten Sie Zugang an alle drei Veranstaltungen des Themenwochenendes am 12. September: Maryam Aras mit «Dinosaurierkind», das Gespräch über Simone Weil und das Gespräch zwischen Armeghan Taheri und Ken Yamamoto über kollektive Arbeit als Widerstand.
In Kooperation mit dem Theaterplatz-Quartier.
Mitwirkende und Biografien
Übersetzerin & Herausgeberin: Miriam Rainer
Moderatorin: Katrin Meyer