Lyrikfestival Basel: Michael Spyra und Esther Kinsky
Begegnungen II
Michael Spyra: «Nach jedem Dorf beginnt der Weg von vorn»
Es sind abgelegte Landschaften, fröstelnde Menschen und verrauchte Illusionen, die Michael Spyras dritten Lyrikband «In Auflösung begriffen» bevölkern. Mit ebenso einfacher wie geistreicher Sprache klopft er den Alltag in einer Zeit, die irgendwo zwischen Gegenwart und Vergangenheit angesiedelt ist, auf Trost ab. Er findet ihn im Reim, im Humor, in der Stille der Beobachtung, in der Distanz, aber auch in der Nähe zum Beobachteten und in der poetischen Kraft der Melancholie.
Esther Kinsky: «der mond ist ein wort im himmel august»
Ganz nahe an die Dinge heran geht Esther Kinsky in ihren Texten, an die «rosen im unschlaf», an «kalkgilbe trümmer». Unversehens kommen «die überwachsenen Reste der Dörfer» in den Blick, die Gegend verwandelt sich in ein früheres Schlachtfeld, alte Wörter werden wach und «gestein / löst sich aus seiner vorgeschichte». Vom Abzählspiel zum Bericht über das Töten von Vögeln, von der Balkanroute ins Märchen und zurück wandern ihre Gedichte. Sie schaffen Landschaft und geben den Menschen darin eine Geschichte.
Mitwirkende und Biografien
Autor: Michael Spyra
Lesung und Gespräch: Claudia Gabler
Autorin: Esther Kinsky
Lesung und Gespräch: Rudolf Bussmann