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«Second Thoughts»

Die Veranstaltungsreihe der Critical Thinking Friends des Literaturhauses Basel

«Second Thoughts» ist ein Format, mit dem eine andere Form der Auseinandersetzung mit Literatur im Kontext der aktuellen politischen Situation erprobt werden soll. Die Grundhaltung der Kuratierenden ist die der Verantwortung und der Hoffnung – als aktivistische Haltung in der Welt und der sich wandelnden Welt gegenüber. «Second Thoughts» ist ein Format, in dem gezweifelt wird, ohne zu verzweifeln. Der Untertitel der Reihe lautet: Die Welt kann nicht so bleiben, wie sie wird.

Es geht bei «Second Thoughts» auch um eine Art Kommentar zum Standard-Programm, einen Dialograum: Können wir eine Lesung, einen Text, eine Diskussion nochmal aus einer anderen Perspektive beleuchten und besprechen? Das Format bietet die Möglichkeit für einen zweiten Blick und ist auch ein Versuch, blinde Flecken im Programm zu entdecken und zu besprechen.

Die Gäste sind Menschen, die nicht ausschliesslich aus dem Bereich der Literatur stammen. Vielmehr wollen wir professionell Schreibende in einem geleiteten Gespräch zusammenbringen mit Akteur:innen aus der politischen und poetischen Bildung, anderen Kunstsparten, der Soziologie und anderen Wissenschaftsbereichen.

Ausgangspunkt des Gesprächs ist ein Text, der von den Critical Thinking Friends ausgewählt wird und der von allen Teilnehmer:innen vorab gelesen wird.

«Second Thoughts» wurde konzipiert und wird kuratiert von den Critical Thinking Friends des Literaturhauses Basel: Seit 2024 begleiten Ivna Žic, Ralph Tharayil und Henri-Michel Yéré das Literaturhaus Basel auf dem Weg in die Zukunft. Sie helfen dem Team, Kriterien der Programmierung zu hinterfragen, neue Perspektiven einzubringen und das Haus für möglichst viele verschiedene Menschen relevant und zugänglich zu machen.

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v.l.n.r.: Ralph Tharayil, Ivna Žic, Henri-Michel Yéré Sophie Tichonenko

Ralph Tharayil (*1986 in Liestal als Sohn südindischer Eltern) studierte Geschichte, Medien- und Literaturwissenschaft in Basel. Er arbeitet mit Text in Print, Performances, Audio und Installation. 2023 erschien sein literarisches Debüt «nimm die Alpen weg», das mit der Alfred Döblin-Medaille und dem Terra Nova Preis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet wurde. Im September 2024 feierte das Buch an den Bühnen Bern Premiere, wo Ralph Tharayil in der Spielzeit 24/25 Hausautor war. Im Rahmen der Hausautorenschaft entwickelte er das Stück MOGLI oder this way is not the way to the waterfall (Premiere: 21. Januar 2026 an den Bühnen Bern). Ralph ist Teil des post-deutschen Künstler*innenkollektivs parallelgesellschaft. Er lebt in Berlin.

Henri-Michel Yéré (*1978 in Abidjan, Côte d’Ivoire) ist promovierter Historiker und arbeitet als Dozent am Zentrum für Afrikastudien in Basel sowie Lehrbeauftragter an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). Zuvor war er als Diversitätsexperte für die Privatindustrie tätig. Als Lyriker hat er drei Gedichtbände publiziert, zuletzt «Polo kouman / Polo parle» (2023), sowie Gedichte und Artikel in verschiedenen Literaturzeitschriften. Er war Mitglied der Programmkommission der Solothurner Literaturtage (2021-2024) und ist seit August 2024 Stiftungsratspräsident beim Culturescapes Festival.

Ivna Žic (*1986 in Zagreb) studierte Angewandte Theaterwissenschaften in Giessen sowie Regie an der Theaterakademie Hamburg und Szenisches Schreiben bei Forum Text von uniT. Sie arbeitete u.a. am Theater Neumarkt, Schauspielhaus Wien, am Luzerner Theater und an der Gessnerallee in Zürich. 2023 Einladung zum Theatertreffen nach Berlin mit Nora – Ein Thriller von Sivan Ben Yishai, Henrik Ibsen, Gerhild Steinbuch und Ivna Žic. Ihr Roman «Die Nachkommende» (2019) war sowohl für den Schweizer wie auch den Österreichischen Buchpreis nominiert und wurde mit dem renommierten Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet. Für den Essayband «Wahrscheinliche Herkünfte» (2023) erhielt sie 2024 einen Schweizer Literaturpreis.

Die bisherigen Veranstaltungen:

SECOND THOUGHTS – Zu Eva Illouz «Explosive Moderne»

Die Welt kann nicht so bleiben, wie sie wird
Samstag, 19. Oktober 2024, 21.30 Uhr

In der ersten Ausgabe von «Second Thoughts» sprechen Ralph Tharayil, Tomer Dotan-Dreyfus und Abdalrahman Alqalaq über das neue Buch von Eva Illouz, «Explosive Moderne». Gemeinsam versuchen sie zu erkunden, was Affekte mit Politik und Poesie zu tun haben – und wie mensch hinschreibt auf ein neues Zuhause.

Mitwirkende
Gespräch: Tomer Dotan-Dreyfus
Gespräch: Abdalrahman Alqalaq
Moderation: Ralph Tharayil
Szenografie: Jana Furrer

Mit freundlicher Unterstützung der Ernst Göhner Stiftung

Derzeit ist keine Audioaufnahme verfügbar.


SECOND THOUGHTS – Zu Paula Fürstenberg «Weltalltage»
Die Welt kann nicht so bleiben, wie sie wird
Sonntag, 01. Dezember 2024, 16.00

In der zweiten Ausgabe von «Second Thoughts» sprechen Ivna Žic, Melitta Breznik und Nando von Arb über das neue Buch von Paula Fürstenberg, «Weltalltage». In einer Welt, in der alles funktionieren muss: Was heisst es da, nicht zu funktionieren? Es geht um kranke Körper und eine krankende Gesellschaft - und die Frage, ob es eine Zukunft geben kann, in der mit Krankheit anders gelebt werden könnte?

Mitwirkende
Gespräch: Melitta Breznik
Gespräch: Nando von Arb
Moderation: Ivna Žic
Szenografie: Jana Furrer

Mit freundlicher Unterstützung der Ernst Göhner Stiftung

HIER können Sie die Veranstaltung nachhören.


SECOND THOUGHTS – Zu Wolfram Eilenberger «Geister der Gegenwart»
Die Welt kann nicht so bleiben, wie sie wird
Sonntag, 13. April 2025, 17.00

Das Sprungbrett zum Gespräch ist Wolfram Eilenbergers Buch «Geister der Gegenwart», in dem wichtige europäische Philosoph:innen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verhandelt werden. Norman Ajari, Jennifer Richard und Henri-Michel Yéré weiten den Blick auf diese Epoche nun aus auf aussereuropäische Bewegungen wie die «Black radical tradition» und Denker:innen wie Frantz Fanon.

Mitwirkende
Gespräch: Norman Ajari
Gespräch: Jennifer Richard
Moderation: Henri-Michel Yéré

Mit freundlicher Unterstützung der Ernst Göhner Stiftung

HIER können Sie die Veranstaltung nachhören.


SECOND THOUGHTS - Zu Kamel Daoud «Huris»
WEIBLICHE STIMMEN IM DISKUS ÜBER GEWALT
Mittwoch, 15. Oktober 2025, 19.00

Ausgehend von Kamel Daouds preisgekröntem Roman «Huris» über eine junge Algerierin, die Opfer von Islamisten wurde, erkundet das Gespräch die Rolle weiblicher Stimmen im Diskurs über Krieg und Gewalt. Nadja Makhlouf hat sich in einem grossen Film- und Fotoprojekt intensiv mit der Rolle der Freiheitskämpferinnen im algerischen Unabhängigkeitskrieg befasst, die in vielen Funktionen wesentlich zur Befreiung des Landes beitrugen, heute aber weitgehend vergessen sind. Véronique Tadjo war u.a. in Ruanda am Schreibprojekt «écrire par devoir de mémoire – Gegen das Vergessen» beteiligt und hat mit vielen Überlebenden des Völkermords von 1994 gesprochen.

Mitwirkende

Autorin & Malerin: Véronique Tadjo
Fotografin & Regisseurin: Nadja Makhlouf
Moderation: Henri-Michel Yéré

Es ist keine Audioaufnahme verfügbar.

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